23.12.2025 | Spielbericht

EHC Meinisberg geht mit einem guten Gefühl in die Festtagspause: 5:3-Heimsieg zum Jahresabschluss

Der EHC Meinisberg hat zum Jahresende Rheinfelden mit 5:3 bezwungen. Das Team von Cheftrainer Dominic Lüthi bleibt in der Spitzengruppe und will nach der Pause voll angreifen.

EHC Meinisberg - EHC Rheinfelden 5:3 (0:0, 3:3, 2:0)

Sieg vor der Weihnachtspause

Gross ist am Ende die Erleichterung aufseiten des EHC Meinisberg. «Mit einem Sieg in die Weihnachtspause zu gehen, tut immer gut», sagt Cheftrainer Dominic Lüthi. Es sei allerdings auf dem Eis zeitweise ein Geknorze gewesen. «Nach dem 3:1-Vorsprung müssten wir eigentlich diese Partie sauber herunterspielen, machen aber unnötige Fehler, die der Gegner sofort bestraft.» Am Schluss frage jedoch niemand mehr, wie die drei Punkte zustande gekommen seien.

Ihre Wirkung nicht verfehlt hat offenbar die Pausenpredigt vor dem letzten Drittel, nachdem Rheinfelden noch einmal auf 3:3 herangekommen war. «Ich habe die Jungs in die Pflicht genommen. Sie haben reagiert und noch einmal eine Willensleistung gezeigt», so Lüthi zufrieden. Die Partie scheint sinnbildlich für den langen Weg zu sein, welcher der EHC Meinisberg nach seinen beiden Meistertiteln 2022 und 2023 geht.

«Wir befinden uns in einem Umbruch», sagt Lüthi mit Blick auf die letzten Jahre. Routiniers haben altersbedingt aufgehört oder sind in die zweite Mannschaft gegangen. Die grosse Herausforderung sei, dennoch konkurrenzfähig zu bleiben. «Wir wollen eine Mannschaft, die vorne mitspielen kann und Möglichkeiten hat, am Ende der Saison etwas zu gewinnen. Ich glaube, dass wir mit den neuen Spielern ein solches Team zusammenhaben.»

Elf Zuzüge integriert 

Es sei nie einfach, nach vielen Wechseln eine Prognose zu wagen. Insgesamt elf Zuzüge waren es zuletzt, die beim EHC Meinisberg integriert werden mussten. Dies sei gut gelungen. «Die Mannschaft hat sich kontinuierlich gesteigert, auch im taktischen und technischen Bereich, und einen ausgezeichneten Teamgeist entwickelt», sagt Lüthi. «Wenn wir diesen Prozess konsequent weiterverfolgen, könnte der Weg in dieser Saison noch weit führen.»

Es liege alles drin, ist sich Lüthi sicher. «Die Jungs spüren dies und trauen es sich auch zu. Jetzt heisst es, weiterhin hart arbeiten und mehr machen als die anderen.» Man müsse aus den Fehlern lernen. Im Schlussabschnitt gegen Rheinfelden hat Meinisberg am selben Abend seine Lernbereitschaft bewiesen und mit dem 2:0-Drittelsresultat die Wende zum Guten erzwungen. Die Freude über den 5:3-Sieg ist offenkundig, während sich die Mannschaft von ihrem Publikum verabschiedet.

Nach dem Mannschaftstraining am Montagabend in der Tissot Arena haben die Spieler bis am 29. Dezember frei. «Sie sollen ein wenig abschalten können und die Zeit mit der Familie geniessen», sagt Lüthi. Auch zum Jahreswechsel wird es einige Freitage geben, um frische Kräfte zu tanken. «Damit wir dann in den Playoffs genügend Schnauf haben und richtig Gas geben können.»

Vier gute Härtetests 

Vor den Viertelfinals, die am 3. Februar 2026 beginnen, stehen noch vier Partien auf dem Programm: Am 10. Januar die letzte der Regular Season gegen Koppigen, ehe in der Zwischenrunde gegen die besten drei Konkurrenten der Gruppe gespielt wird. Diese stehen schon fest. Es sind Zunzgen-Sissach, Zuchwil Regio und der EHC Sursee, die in einer Einfachrunde bezwungen werden sollen. Inklusive Koppigen warten vier schwierige Aufgaben, die Meinisberg in den Playoff-Modus versetzen werden.

«Jetzt heisst es aber, mal an etwas anderes als an Eishockey zu denken – den Spengler Cup ausgenommen», so Lüthi. Wie für diese Jahreszeit zur Gewohnheit geworden, organisiert der EHC Meinisberg seine Spengler-Cup-Bar in der Mehrzweckhalle der Gemeinde. Die Gelegenheit für die Spieler, um sich mal in einem anderen Rahmen zu treffen und den Teamgeist weiter zu stärken.

Der Trainerstaff appelliert an die Eigenverantwortung, wenn es darum geht, jahresübergreifend fit zu bleiben. «Jeder soll für sich nebenbei ein wenig Sport treiben, mal joggen gehen oder zum Beispiel Padel spielen», so Lüthi. Dass man nicht untätig bleiben dürfe, dessen seien sich auch alle in der Mannschaft beim Blick auf die zweite Saisonhälfte bewusst. Nach dem Viertelfinal-Out in der vorletzten und dem Halbfinaleinzug in der vergangenen Saison ist die Zuversicht gross, den nächsten Schritt auf dem Weg zurück an die 2.-Liga-Spitze zu schaffen.

Emotionelle Achterbahnfahrt in der Tissot Arena

Die letzte Partie des Jahres bot zwar kein hochstehendes Hockey, blieb aber bis zum Ende spannend. Die rund 100 Zuschauer in der Tissot Arena sahen ein umkämpftes Duell zwischen dem favorisierten EHC Meinisberg und einem Rheinfelden, das seine Haut teuer verkaufte. Die Seeländer benötigten ein Weilchen, um ihre spielerischen Vorteile gegen den aggressiven Gegner umzusetzen. Die bis dahin beste Chance präsentierte sich dem von Meinisberg-Captain Basil Schluep angespielten Ernesto Jeitziner, der im letzten Moment von einem gegnerischen Verteidiger beim Abschluss gestört wurde.

Auch aus den weiteren Möglichkeiten konnten die Seeländer zunächst keinen Profit schlagen, womit das Startdrittel torlos endete. Nach der Pause schienen die Gastgeber noch nicht voll bei der Sache zu sein und verloren im eigenen Drittel die Scheibe, worauf Rheinfelden sofort in den Gegenstoss ging. Captain Lion Wirz nutzte die Konterchance und traf nach nur elf Sekunden im Mittelabschnitt zur Gästeführung. Diese schien die Einheimischen endlich wachgerüttelt zu haben, denn nur 44 Sekunden später glich Jeitziner wieder aus.

Kurz darauf brachte Joel Rebetez den EHC Meinisberg erstmals in Führung. Eine Schrecksekunde gab es nach einem Check an Schluep, der angeschlagen die Kabine aufsuchen musste, im Verlauf des Mitteldrittels glücklicherweise aber wieder mitspielen konnte. Als dann Marc Balsiger in der 26. Minute in Überzahl zum 3:1 traf, zeichnete sich früh ein klarer Sieg ab. Doch Rheinfelden kehrte ins Spiel zurück, schloss einen weiteren Konter eiskalt ab und glich in der 34. Minute dank gütiger Mithilfe des Gegners wieder aus. Meinisberg-Verteidiger Dominic Blaser hatte die Scheibe nach einem Torhüterabpraller von Lars Dick gleich selber zum 3:3 über die Linie befördert.

Das Momentum schien definitiv die Seite gewechselt zu haben, zumal Meinisberg auch noch seinen Topskorer Jeitziner verlor, der von den Schiedsrichtern nach einem kleinen Faustkampf mit einem Rheinfelder vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Seine Kollegen zeigten jedoch eine gesunde Reaktion und entschieden die Begegnung innerhalb von rund zwei Minuten durch Torerfolge von Lane Pfosi sowie Marco Heiniger mit 5:3 für sich. Dank dieser hart erkämpften drei Punkte bleibt Meinisberg an der Spitze dran und hat als Tabellendritter bloss einen Punkt Rückstand auf Zuchwil Regio sowie vier auf Leader Zunzgen-Sissach. Der letzte Spieltag der Regular Season in Meinisbergs 2.-Liga-Gruppe wird am 10. Januar 2026 ausgetragen, ehe es in die Zwischenrunde geht.

 

Bericht: Bielertagblatt, Francisco Rodriguez
Foto: Fabian Meierhans

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